Heimwerkerinnen nicht erwünscht

Letzte Woche wurde ich von einem Heimwerker-Blogger auf einen Produkttest von Dremel DSM20 aufmerksam gemacht. Die Aktion hat sich interessant angehört, also habe ich mich da beworben.

Erstaunlich offen war die Absage: Dremel sucht die Meinung von 200 Männern, daher werden nur die männlichen Heimwerker gesucht. BÄM!

Nagel

edit: Es gibt Neuigkeiten! Dremel hat sich gemeldet, hier gibt es mehr dazu …

 

 

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lena

11 Comments

Alexander

Tjaja, so ist das… ich habe dann mal nach der Dremel DSM20 gegoogelt und bin auf die Website der Firma Dremel gelangt. Dort finde ich folgenden Text:
„Die DSM20 ist die ultimative Kompaktsäge von Dremel. Mit ausgezeichneter Sicht auf das Werkstück, kraftvollem Motor und den passenden Trennscheiben ermöglicht diese Säge problemlose gerade Schnitte, Tauch- und Bündigschnitte in Materialien bis 20 mm Materialdicke. Im Lieferumfang des Produkts enthalten ist eine große Auswahl von Schleif-/Trennscheiben, die in Verbindung mit dem Staubsaugeranschluss sauberes und genaues Arbeit in Holz, Metall, Kunststoff, Stein und Fliesen ermöglichen. Dieses Set enthält drei Vorsatzgeräte, die dabei helfen, die Schneidfähigkeit des Dremel DSM20 noch besser zu nutzen. Schneiden parallel zur Kante des Werkstücks vereinfacht die Kantenführung, während sich der 2×4-Balkenführungsvorsatz für den schnellen und genauen Zuschnitt von Holz eignet. Dremel DSM20: die ultimative Lösung zum Schneiden/Trennen.“

Ein paar Sachen die mich stutzig machen:
– Nirgendwo steht, dass die Säge präzise ist. Da steht zwar „genaue Schnitte“, aber „Genau ins Schwarze“ im Dart ist auch alles andere als präzise.
– Nirgendwo steht etwas von Qualität.
– Nirgendwo steht etwas von hochwertiger Verarbeitung oder hochwertigem Material oder hochwertigem Werkzeug. Oder Wertig.
– Aber dafür finde ich schöne Worte wie „kraftvoll“, „ultimativ“ (sogar zweimal)

Mein Resümee daher: Sehr plakative Werbung, aber ein auf den ersten Eindruck her minderwertiges Werkzeug, das sein Geld wahrscheinlich nicht wert ist. Das die Firma Dremel das Werkzeug nicht von einer Frau testen lassen will, die normalerweise die blaue Serie von Bosch einsetzt, kann ich mir vor diesem Hintergrund lebhaft vorstellen.

Wenn die Firma Dremel es sich so einfach macht, Frauen nicht zum Testen zuzulassen, dann mache ich mir auch nicht die Mühe, eine Meinung zu differenzieren. Ich werde wohl in diesem Leben mit Sicherheit keinen Dremel kaufen – da lege ich doch sehr gern wesentlich mehr Geld auf den Tisch, um Werkzeug zu bekommen, das an alle Handwerker verkauft wird – nicht nur die mit dem Y-Chromosom. 😉

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Alexander

… nicht nur das: Auch die Gleichbehandlung bleibt auf der Strecke. Mir ist nicht klar, wozu die Firma Dremel meint, die Frauen auszuschließen. Vielleicht müssen wir in Zukunft bei der Firma Dremel nachweisen daß wir alle echte Männer sind? 😉

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Marc

Schon sehr …Ich sag‘ mal: seltsam… Allerdings muss ich sagen, dass ich trotz garantierter Teilnahme bis jetzt keine Zusage erhalten habe. Andere, die teilgenommen haben, ebenfalls nicht.

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Wolfram

Das ist ja mal komisch, zumal das Projektteam von Dremel lauter Frauen sind… Oder sind das nur Avatare hinter denen sich dann so richtige Machos verbergen???

Ein Bekannte von mir hatte sich auch beworben, aber gar keine Rückmeldung bekommen.

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Lena

Frauen werden nicht ausschließlich von Männern diskriminiert. Die Gesellschaft, die eine Gleichstellung nicht will, besteht aus beiden Geschlechtern. Es gibt viele Frauen, die das einfach nicht wollen, dass andre Frauen das alte Rollenbild aus ihrer Sicht zerstören.
Übrigens, es war eine Frau, die mir mitgeteilt hat, dass ich bei Dremel nicht mitmachen darf, sie hat es zwar sehr bedauert, aber sie hat auch nichts dagegen unternommen. Sie hat es so hingenommen, denn es ist ihr Job. Das ist auch das Problem, Frauen setzen sich selten bei Ungerechtigkeit zur Wehr. Ich arbeite nicht nur in der IT, die normalerweise nur aus Männern besteht, sondern in einem Unternehmen, das männerdominiert ist und habe das oft genug beobachtet.

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Lena

Das ist kein guter Grund den Arbeitgeber zu wechseln, ich will nicht jedes Mal wegrennen, wenn etwas nicht passt, ich will mitgestalten. 🙂

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