Holzverbindungen V: Everfix, ist leider nichts für mich

Durch einen Hinweis in einem Kommentar, habe ich im Baumarkt Ausschau nach einem unsichtbaren Verbindungsbeschlag gehalten und Everfix von Hettich entdeckt.

Der Hersteller verspricht:

„Dieser unscheinbare Verbindungsbeschlag besteht nur aus einem Gewindestift und einer Einschlagmuffe mit Federstahlscheibe. Von Hand lassen sich damit Bauteile durch Eindrücken leicht und unlösbar verbinden.“

und weiter:

• Universell einsetzbar als Blendenbefestiger, Zargenverbinder, für Deckenverkleidungen, im Regal- und Treppenbau
• Bestens auch geeignet für Paket- oder Kleinmöbel, nur zusammendrücken – fertig
• Überall dort, wo Holzteile bisher traditionell mit Holzdübeln verbunden werden, bringt Everfix wirtschaftliche Vorteile
• Hält sofort, ist unlösbar und bleibt unsichtbar
• Enorm hohe Stabilität mit 800 N Ausreißfestigkeit
• Montage ohne Werkzeug
• Keine Wartezeiten wie beim Holzdübel mit Leim-Abbindung
• Großer Toleranzausgleich
• Everfix erspart die Korpuspresse

Ok ich bin angetan … hört sich doch gut an, oder?

Everfix

Nun zur Theorie, der Gewindestift und Einschlagmuffe wird wie in der folgenden Skizze positioniert:

1-IMG_0181

Die Löcher für die Teile des Verbindungsbeschlages müssen mit einem 12 mm und 5 mm Bohrer vorgebohrt werden. Und dann Gewindestift und Einschlagmuffe in das Holz einsetzen und die beiden Holzteile verbinden.

Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Das nervige war das Messen. Verglichen mit anderen Holverbindungen war hier das Messen mit Abstand am zeitintensivsten. Vielleicht hätte ich mir eine Schablone überlegen sollen. Aber auch nach dem Bohren waren die Bohrlöcher nicht genau da, wo ich sie eingezeichnet habe. Es reichen nur Bruchteile von Millimeter und schon passen die Teile nicht auf einander. Und so war es bei mir, es passte einfach nicht. Für diesen Verbindungsbeschlages braucht man nicht nur Geduld, sondern einen präzisen Standbohrer.

Ich habe irgendwann einfach alle Seitenteile mit einander Kombiniert, bis ein Paar gepasst hat. Und in der Tat, der Verbindungsbeschlag ist unlösbar, aber er war nicht fest, die Seitenteile wackelten leicht und es war ein deutlicher Spalt zu sehen. An dieser Stelle habe ich entnervt aufgegeben und den Versuch für gescheitert erklärt.

Holzverbinung mit Everfix

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lena

5 Comments

Wolfram Herzog

Die „Everfix“ Beschläge sind für die Industrielle Möbelfabrikation gedacht wo man mit CNC Maschinen die Löcher aufs 1/10 genau bohren kann. Der Kunde kann dann „werkzeuglos“ die Möbel zusammenstecken.
Wenn man Everfix händisch verbauen will, ist eine Bohrschablone sicher Pflicht, ebenso eine Ständerbohrmaschine oder eine Oberfräse mit passendem Fräsbohrer.
Für Heimwerker gibt es aber einfacher zu verarbeitende Beschläge – z.B. die Hettich Minifix.

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lena

Ich vergesse wohl, dass im Baumarkt nicht nur Hobbyheimwerker einkaufen… Mir kam der Verbindungsschlag zunächst „einfach“ vor. Ich habe den Aufwand total unterschätzt.
Minifix hat anscheinend eine Schablone, aber der Verbindungsschlag ist nicht unsichtbar.
Danke für deine Erklärung Wolfram 🙂

Reply
Wolfram Herzog

Na ja, ab und zu braucht man als Hobbywerker mal ein MINIFIX als Ersatzteil. Bei unserer Küche sind z.B. die Sockelblenden mit Minifix befestigt.

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