Schubladen für den Hängesekretär mit Leimholz kleben

Ich habe die Schubladen für das Hängesekretär gebaut. Ich habe lange überlegt wie ich dieses Mal die Holzverbindungen gestalten soll. Klassischerweise haben kleine, kompakte Schubladen oftmals Zinkenverbindungen, das ist mir aber eine Spur zu aufwendig, vor allem dann, wenn man dafür keine modernen „Hilfsmittel“ hat.

Was ist aber, wenn man Holzverbindungen einfach mit einem ganz normalen, handelsüblichen Holzleim klebt? Wird das halten? Das werde ich sehen. 🙂

 

Holzleim

Eine Schublade besteht aus 6 mm starken Buche-Multiplexplatten für den Korpus und einer 8 mm starken Front, ebenfalls aus Buche-Multiplex. Ich habe in einem „Holzwerken“ Buch gelesen, dass es edler aussieht, wenn die Front dicker ist, als der Rest der Schublade. Und in der Tat, dadurch sieht die Schublade etwas solider aus.

Die Klebefläche der Platten beträgt somit nur 6 mm Breite. Mit Bessey Winkelspanner und Einhandzwingen konnte ich gezielt Druck im rechten Winkel auf die Klebeflächen verteilen.

 

Und hier sind man wie ich die Schublade nach und nach zusammengeklebt habe.

 

Bevor es weitergeht, habe ich die Fronten der Schubladen mit 240er Schleifpapier geschliffen und alle Kanten gebrochen.

Die Front der Schublade habe ich in der Farbe Beige lackiert, das ist die selbe Farbe, die bei der Rückwand zum Einsatz kam (siehe hier).

 

Das ist der aktuelle Zwischenstand des Hängesekretärs. Ich hoffe die kleinen Schubladen werden halten, da kommt sowieso nichts schweres rein. Insgesamt machen sie einen sehr stabilen Eindruck, ich werde berichten, wenn die doch noch auseinander fallen. 😉

 

Schubladen sind fertig

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lena

10 Comments

Cyrus

Obwohl das nach einer sehr schönen Arbeit aussieht, hätte ich große Zweifel ob diese Schubkästen auf Dauer halten. Moderne Leime sind ziemlich stark und werden meistens eher unterschätzt aber hier soll die Zugbelastung von drei dünnen Leimfugen gehalten werden. Das erscheint mir auf Dauer doch ein wenig optimistisch.

Es gibt gute Gründe warum bei Schubkästen stets solide mechanische Verbindungen verwendet wurden. Ich habe letztens eine Antiquität gesehen deren Korpus einfach nur mit Holznägeln zusammengekloppt worden war aber die Schubkästen hatten trotzdem Schwalbenschwanzzinken.

Was den Aufwand und die benötigten Hilfsmittel angeht. Ich habe wegen deines Kommentars eben mal einen Test gemacht.
Aus vier Stücken Fichtenleiste habe ich einen kleinen Korpus mit jeweils einer Schwalbenschwanzzinke gebaut. Die Leiste war 36*17mm daher war nur Platz für eine Zinke. Mein Material ist natürlich mit deinem nicht vergleichbar ich wollte nur selbst mal sehen wie lange ich mittlerweile für so eine Verbindung brauche. Der Spaß hat 20min gedauert. Das ist zwar wahrscheinlich etwas länger als du pro Schubkasten gebraucht hast aber dafür um so viel solider.

Was es braucht ist Übung und kein besonderes Werkzeug. Für meinen ersten gezinkten Kasten habe ich fast einen Tag gebraucht, aber ich bin leider auch ziemlich ungeschickt.

Verwendetes Werkzeug war: Rückensäge, Winkel, Bleistift, Streichmaß und 2 Stemmeisen und eine Handdekupiersäge.

Wenn er komplett fertig ist wird das ein sehr schöner Sekretär. Das wird ein richtiger Hingucker im Wohnraum.

Ich hoffe das klang jetzt alles nicht zu negativ, mir gefällt sehr was du so treibst.

Cyrus

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lena

Ich denke schon, dass ich „schnell“ eine Schwalbenschwanzzinkverbindung hinbekomme, aber wie wird denn das ausschauen? Ich hatte eher die Befürchtung, dass das so hin geferkelt aussieht. 😉

Es ist nicht schlimm, wenn die Schubladen nicht halten. Damit endet mein Experiment und ich muss ordentliche Schubladen machen.

Außerdem hat es mich brennend interessiert, ob das überhaupt klappt. Es macht wirklich einen stabilen Eindruck, die Kästen sind auch recht klein und wiegen so gut wie nichts. Ich hoffe jedenfalls, dass es eine Weile hält, bevor es zusammen bricht und ich bis dahin mit meinen handwerklichen Erfahrungen mit Schwalbenschwanzzinkverbindungen glänzen kann.

Ich bin auch nicht geknickt und deinen Kommentar fasse ich nicht negativ auf, ich freue mich riesig über Kommentare. Andere Meinungen interessieren mich sehr und sind sehr wertvoll für mich 🙂

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Cyrus

Was soll ich sagen, meine erste sah auch ziemlich hingeferkelt aus (ich mag den Ausdruck). Der zweite Versuch war schon so viel besser dass ich das Ding zu meiner Freundin gestellt habe als Ablage. Zwischendrin sind mir auch immer mal wieder welche misslungen das kommt vor. Was die Leute überschätzen ist die Sichtbarkeit solcher Macken. Meiner Erfahrung nach sind nur grobe Fehler aus mehr als 50cm noch sichtbar. Die Zinken eines Paul Sellers oder Rob Cosman sollten für uns Heimwerker nicht der Maßstab sein.

Andererseits haben wir jetzt mal einen Langzeittest wie gut solch eine Leimverbindung hält. Vielleicht werden wir alle überrascht, das kommt häufiger vor als man denkt.

Dominik

Hallo Lena,

ich würde die Schubkästen auch zinken. So schwer ist das nicht und wenn du ein paar Übungszinken gemacht hast, bist du schnell drin. Nur scharf müssten die Beitel schon sein. Anleitungen zum Zinken findest du zur Genüge im Netz auf diversen Blogs.

Schönen Gruß,
Dominik

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lena

Kann sein, dass ich den Aufwand für die Zinkenverbindungen überschätze, es kann sehr gut sein, dass es so lange bleibt, bis ich eigene Erfahrungen gesammelt habe. 😉

Ich werde es in Zukunft probieren, etwas ganz kleines…

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Zwinge

Ja du überschätzt den Aufwand für die Zinkenverbindungen. Probiere es einfach aus und berichte dann hier davon, wie aufwendig es war.

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Marc

Ich sehe da ehrlich gesagt, kein Problem. Da die Schubladen ziemlich klein sind, ist die Hebelwirkung entsprechend klein.

Aus meiner Erfahrung wird die Verleimung auch mit schmalen Kanten sehr unterschätzt. Ich denke mal, das wird eine ganze Weile halten.

Und im Großen und Ganzen: Das sieht ja schon richtig schnieke aus. Ich bin schon gespannt, wie das Resultat wird. Ist denn der Korpus stabil?

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lena

Ja der ist sehr stabil, obwohl die Rückwand noch nicht vollständig dran ist. Und schwer ist er auch…

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